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Gibt es die Verzeihung des Unverzeihlichen?

Am Ende des 20. Jahrhunderts mehren sich die Rückblicke auf ein verbrecherisches und im Namen des menschlichen Menschen mörderisches Jahrhundert.

Schuld ist damit zu einem ungeheuren, schwer lastenden Erbe heutiger Generationen aufgelaufen, das gänzlich neue Stellungnahmen erzwingt – gegenüber einem naiv aufklärerischen Optimismus, der sein eigenes Trugbild war und auch von daher gerade nicht unschuldig an der Katastrophe ist. Seither mehren sich die Untersuchungen, die die Tatsache von Schuld ins Gespräch zurückbringen, jenseits aller Therapie-Ansätze, jenseits allen bereitwilligen „Verstehens“. Schuld ist ungeschminkt zurückgekehrt in die Sprache der Politik, des Glaubens, der Philosophie.

Das Millenium hat eine Reihe von Ent- Schuldungen hervorgebracht, deren Grundlage auf eine – vielfach nicht wirklich geklärte – Möglichkeit der Vergebung hindeutete, diese aber selten klar benannte. Die Zeitachse ist unumkehrbar. Was bewirkt dann Vergebung – wenn es sie gibt und sie nicht nur ein unbedarftes Bedürfnis nach Harmonie darstellt? Vor allem: Wer bewirkt Vergebung? Was verändert sie am Verbrechen und am Verbrecher – in Wirklichkeit, nicht nur „mit Wunsches Gewalt“?

17.45 - 18.15

Hanna Barbara Gerl-Falkovitz

Hanna Barbara Gerl-Falkovitz

 
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